Wählererwartungen

Neben der Wahlabsicht erheben Umfrageinstitute manchmal auch die Wahlerwartung der Wähler. Die Umfrageteilnehmer werden also direkt gefragt, wer die Wahl gewinnen wird (z.B. “Who do you think will win the US presidential election?”). Die aggregierten Antworten auf diese Frage liefern damit eine direkte Prognose des Wahlausgangs. Zudem können diese sogenannten Wählererwartungen mittels einfacher linear Regression auf Basis historischer Daten in eine Prognose der Stimmenanteile umgewandelt werden (Lewis-Beck and Tien, 1999).

Genauigkeit von Wählererwartungen

Obwohl die Wahlerwartungsfrage eine mindestens genauso lange Tradition wie die Wahlabsichtsfrage vorweisen kann (Hayes, 1936), fanden Wählererwartungen lange Zeit keine Beachtung als Methode für Wahlvorhersagen. Zu Unrecht. Über die letzten sieben U.S. Präsidentschaftswahlen von 1988 bis 2012 lieferten Wählererwartungen genauere Vorhersagen als klassische Wahlumfragen, Prognosemärkte, ökonometrische Modelle und Experteneinschätzungen. Im Vergleich zur Wahlabsichtsfrage reduzierte die Wahlerwartungsfrage den Vorhersagefehler beispielsweise um mehr als die Hälfte. Im Vergleich zu Prognosemärkten lag die Fehlerreduktion bei 6%. Mit anderen Worten: Wählerwartungen sind eine der besten Methoden zur Vorhersage von Wahlausgängen überhaupt (Graefe, 2014).

Wählererwartungen als Teil von PollyVote

Eine ex-post Analyse vergangener Wahlen hat gezeigt, dass sich durch Einbeziehung von Wählererwartungen die Genauigkeit der PollyVote-Prognose weiter verbessert lässt (Graefe, 2015). Daher nutzt PollyVote Wählererwartungen als neue Komponente in der Vorhersage der U.S. Präsidentschaftswahl 2016.

Literatur