Wahlumfragen

Wahlumfragen, in Deutschland auch als Sonntagsfrage („Wen würden Sie wählen, wenn nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre?“) bekannt, liefern eine Einschätzung der Wahlabsicht in der Bevölkerung zu einem bestimmten Zeitpunkt. Streng genommen liefern Wahlumfragen also keine Prognosen des Wahlausgangs, sondern lediglich eine Momentaufnahme der öffentlichen Meinung. Nichtsdestotrotz werden Umfrageergebnisse in den Medien regelmäßig als Vorhersagen für den Wahlausgang interpretiert.

Genauigkeit von Wahlumfragen

Die Qualität von Umfrageergebnissen ist abhängig von unterschiedlichen Faktoren wie beispielsweise der Zusammensetzung der Stichprobe, Nicht- oder falscher Beantwortung von Fragen, sowie Messfehlern. Dies kann dazu führen, dass die Ergebnisse von Umfragen unterschiedlicher Institute, welche im gleichen Zeitraum durchgeführt wurden, hohe Schwankungen aufweisen (Erikson & Wlezien, 2012). Grundsätzlich ist es daher ratsam, den Ergebnissen einer einzelnen Umfrage mit Skepsis entgegen zu treten, insbesondere wenn die Ergebnisse extrem und unerwartet erscheinen.

Im Vergleich zu den restlichen PollyVote-Komponentenmethoden lieferten Umfragen beispielsweise die ungenauesten Prognosen über die letzten sechs U.S. Wahlen. Der Fehler der PollyVote-Prognose war im Schnitt 59% geringer als der Fehler einer typischen Umfrage (Graefe et al., 2014).

Wahlumfragen als Teil von PollyVote

Ein einfacher Weg, die Zuverlässigkeit von Umfragen zu erhöhen, ist es, Umfrageergebnisse zu aggregieren. So existieren in den USA schon seit einigen Jahren eine Reihe von Umfrageaggregatoren, welche Umfrageergebnisse verschiedener Institute nach unterschiedlichen Regeln miteinander kombinieren. Zu den bekannteren Diensten zählen RealClearPolitics und Pollster.

PollyVote bezieht die Umfragen derzeit von RealClearPolitics. Solange die finalen Kandidaten noch nicht bekannt sind, werden dabei Umfragen verwendet, in denen die Wähler danach gefragt werden, wem sie in einer hypothetischen Wahl zwischen zwei möglichen Kandidaten ihre Stimme geben würden. Die  Ermittlung der wahrscheinlichsten Kandidaten beider Parteien erfolgt dabei auf Basis von PredictWise, einem Aggretator für Prognosemärkte.

Literatur

  • Graefe, A., Armstrong, J. S., Jones, R. J. J., & Cuzán, A. G. (2014a). Combining forecasts: An application to elections. International Journal of Forecasting, 30(1), 43-54.
  • Erikson, R. S., & Wlezien, C. (2012). The timeline of presidential elections: How campaigns do (and do not) matter. University of Chicago Press.