Ökonometrische Modelle

Tabelle 1: Prognose der nationalen Stimmenanteile
Methode Dem Rep
Econometric models

Ökonometrische Modelle bedienen sich theoretischer Ansätze aus der Wahlforschung, um Wahlen vorherzusagen. So ist beispielsweise bekannt, dass Wähler die Regierung für gute (insbesondere ökonomische) Ergebnisse belohnen und andernfalls bestrafen. Die meisten dieser Modelle nutzen zwischen zwei und fünf Variablen, welche beispielsweise die aktuelle wirtschaftliche Situation im Land oder die Zeit, wie lange der Präsident bereits im Amt ist, messen. Tabelle 1 liefert einen Überblick über die derzeit verfügbaren Modelle, welche in die PollyVote-Prognose einfließen.

Seit den 1990er Jahren werden die meisten dieser Modellvorhersagen etwa zwei Monate vor der Wahl veröffentlicht. Vorhersagen der letzten fünf Wahlen seit 1992 finden sich beispielsweise in den politikwissenschaftlichen Fachzeitschriften American Politics Research 24(4) und PS: Political Science and Politics 34(1)37(4)41(4) and 45(4).

Prognosegenauigkeit der Modelle

Eine Analyse der Prognosegenauigkeit von acht Modellen, welche Vorhersagen für jede der fünf Wahlen von 1996 bis 2012 lieferten, kam zu dem Ergebnis, dass die Modelle üblicherweise den Wahlgewinner korrekt vorhersagen. So prognostizierten die Modelle in nur vier von 40 Fällen den falschen Wahlsieger. Betrachtet man allerdings die Genauigkeit der Vorhersagen der tatsächlichen Stimmenanteile, so ergibt sich ein gemischtes Bild. Während die Modelle für die 2012er Wahl, mit einem mittleren Prognosefehler von 1,9 Prozentpunkten, sehr gute Prognose lieferten, waren die Prognosen im Jahr 2000 mit einem mittleren Fehler von 5,1 Prozentpunkten weit vom tatsächlichen Wahlergebnis entfernt. Im Schnitt über die fünf Wahlen lag der Vorhersagefehler bei 3,1 Prozentpunkten. Wie ist dieser zu beurteilen? Zum Vergleich, ein naives Modell, welches vorhersagt, dass sich Stimmenanteil der beiden Parteien jeweils 50% beträgt, hätte nur einen Fehler von 2,4 Prozentpunkten geliefert, 24% niedriger als der durchschnittliche Fehler der ökonometrischen Modelle. Darüber hinaus war kein Muster zu erkennen, welches Modell die besten Vorhersagen liefert. In jeder der fünf Wahlen war ein anderes Modell an erster Stelle (Graefe, 2013). Grundsätzlich ist es aber schwierig, die einzelnen Modelle über die Zeit miteinander zu vergleichen, da die Modellspezifikationen des öfteren verändert wurden.

 

Literatur

Graefe, A. (2013). Issue and leader voting in US presidential electionsElectoral Studies32(4), 644-657.