Experteneinschätzung

Die Befragung von Experten nach deren Einschätzungen künftiger Entwicklungen ist die wahrscheinlich älteste Prognosenmethode überhaupt. Auch für Wahlvorhersagen waren Experteneinschätzungen eine wichtige Methode vor dem Aufkommen von Wahlumfragen in den 1930ern (Kernell, 2000).

Die Idee ist, dass Experten über mehr Informationen verfügen als der Normalbürger und zudem in der Lage sind, dieses Wissen für Prognosezwecke einzusetzen. Bei der Prognose von Wahlergebnissen ist beispielsweise davon auszugehen, dass Experten aktuelle Umfrageergebnisse und Vorhersagen anderer Prognosemethoden, aber auch deren Grenzen und Einschränkungen, kennen und einordnen können. Darüber hinaus ist anzunehmen, dass Experten mögliche Einflüsse aktueller und künftiger Ereignisse (wie beispielsweise der Fernsehduelle) auf den Wahlausgang abschätzen können.

Experteneinschätzungen als Teil der PollyVote-Prognose

Polly befragt regelmäßig ausgewählte Experten nach deren Erwartungen über den Ausgang der U.S. Präsidentschaftswahl. Konkret bittet Polly die Experten, die finalen nationalen Stimmanteile der Demokraten und Republikaner zu prognostizieren. Der Mittelwert dieser Erwartungen liefert Polly’s Experteneinschätzungen und fließt als eine Komponente in die PollyVote-Prognose ein.

Table 1: Ergebnisse der PollyVote-Expertenbefragung
Datum Anzahl Experten Dem Rep
26.-31. Dezember 2015 8 51.7 48.3
26.-31. Januar 2016 17 52.0 48.0
26.-29. Februar 2016 15 52.0 48.0
28.-31. März 2016 14 53.1 46.9
27.-30. April 2016 15 53.2 46.8

Literatur

  • Kernell, S. (2000). Life before polls: Ohio politicians predict the 1828 presidential vote. PS: Political Science and Politics, 33(3), 569–574.